Wie das wohl war?

Ich frage mich, wie es wohl war, als man noch keinen Computer hatte. Wie haben sich Autoren wohl gefühlt, als sie noch nicht bequem vor ebendiesem sitzen konnten? Heutzutage ist alles ganz einfach. Man kann mit Leichtigkeit Normseiten erstellen (oder auch nur füllen) und wenn man etwas korrigieren möchte, so braucht man nur ein paar Tasten zu drücken. Alles ganz einfach. Ohne jedwede Verschwendung von Papier (das nicht mehr so teuer ist, wie es mal war…)

Auch diese Gedanken kam bei den alten Füllfederhaltern auf. Computer und Technik sind heute vollkommen normal. Einst waren Schreibmaschinen total modern. Viele wünschten sich eine, doch nur wenige konnten sie sich leisten. Man schrieb mit Füllern, noch früher mit Federhaltern, davor mir echten Federn.

Auch heute gibt es diese Dinge noch, doch sind es entweder Nischenprodukte oder alte Stücke, die jemand verwahrt hat. Diejenigen, die sie nutzen, werden immer seltener.

Je weiter man in die Vergangenheit blickt, desto schwieriger stelle ich mir das Schreiben vor – und doch…

Haben wir nicht einen gewissen Geist der Schreiberei verloren? Muss es nicht ein vollkommen anderes Gefühl gewesen sein in diesen Zeiten? War das Gefühl etwas zu Erschaffen nicht noch präsenter?

Manchmal wünschte ich, man könnte zurückreisen und es erleben. Vielleicht erlebe ich es ja einmal – in Gedanken…

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4 Kommentare zu “Wie das wohl war?

  1. veledalantia sagt:

    Es gibt Dinge die schreibe ich immernoch per Hand auf. Dafür hab ich mein Notizbüchlein..es lebt, meine Krakelschrift spiegelt darin meinen Charakter. Ich habe Federhalter un sogar einen Bambuskeil zum schreiben. Am meisten, wenn auch unhandlich zum’schnell schreiben‘ liegen mir Kalligraphie. Das Schreiben wird dadurch zelebriert.

  2. kaiglaeser sagt:

    Ja, genau. Wenn ich unterwegs bin schreibe ich auch häufig in ein Notizbuch – aber eben meist mit Kugelschreiber. Federhalter habe ich leider nicht mehr – und meist nutzte ich sie für Zeichnungen. Ist auch schon wieder einige Jahre her… Bambuskeil klingt allerdings sehr interessant, sowas hatte ich nie 🙂

  3. Das Schreiben mit dem Stift ging auf jeden Fall auf die Muskeln – da tat mir abends schon mal die Hand inkl. Unterarm weh. Folglich habe ich mehr nachgedacht, bevor ich etwas aufgeschrieben habe. Als ich dann endlich das das 10-Finger-System auf einer Typenhebel-Schreibmaschine (meine alte Reise-Adler!) erlernt habe, habe ich trotzdem lieber auf Stift und Papier zurückgegriffen, um meine Fingerspitzen zu schonen. (Hielt ich den ganzen Tag auf der Adler durch, konnte es passieren, dass ich abends kürzere Fingernägel oder von der Wucht des Anschlags Risse in der Nagelhaut hatte.) Aber auch das war etwas besonderes.
    Das Schreiben geht heute viel schneller, aber vielleicht nicht unbedingt effizienter. Man müsste ausprobieren, wie weit man kommt, wenn man wirklich wieder zu Stift und Papier greift.

  4. kaiglaeser sagt:

    Ja, das mit Hand und Unterarm kenne ich auch. Wenn ich bedenke, dass ich als Kind ja auch noch keine Computer hatte und dennoch Seite um Seite gefüllt habe.

    Das mit der Schreibmaschine finde ich irrsinnig spannend, vielen Dank für die Anmerkung 🙂 Also war die Schreibmaschine Fortschritt und „Qual“ zugleich.

    Ich schreibe zwischendurch ganz gern von Hand. Das, was mich mehr stört als das Schreiben an sich ist, dass man hinterher alles wieder abtippen muss. Gestern erst wieder gemacht. Fast 4000 Wörter. Ich hasse abtippen….

    Aber ich denke viel über diesen Beitrag von mir nach, das alles lässt mich nicht mehr los. Vermutlich werde ich wirklich noch mehr zu dem Thema schreiben – und vielleicht auch dafür schreiben, mit den Varianten, die mir möglich sind…

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