„Mach ich später“

Wie oft sagen wir das oder denken es uns? Wie oft verschieben wir etwas? Um ein paar Minuten, Stunden, Tage, Wochen oder auch auf unbestimmte Zeit…

Bei manchen Dingen ist das auch völlig in Ordnung. Warum in der Mittagshitze etwas draußen tun, wenn es abends viel besser klappt? Warum jetzt etwas essen, wenn man doch erst in 3 Stunden Hunger hat?!

Das Problem daran ist einfach nur, dass zu viel verschoben wird. Dass wir viele Dinge niemals tun, weil ja noch so viel Zeit bleibt – wir haben ja noch unser ganzes Leben vor uns!

Es gibt immer wieder alte Menschen, die Dinge bereuen, die sie nicht getan haben, obwohl sie sich doch so sehr danach sehnten. Und dann gibt es die Menschen, die im Alter glücklich sind. Weil sei alles erlebt, alles getan haben, was sie sich je wünschten (von etwas, auf das man keinen Einfluss hat, wie Lottogewinne o.ä. einmal abgesehen) und die nichts zu bereuen haben.

Mal davon ab, dass nicht jeder alt wird. Dass niemand von uns wirklich wissen kann, wie viel Zeit er hat. Und nicht nur das. Man weiß nicht, was das Leben bringt (positiv wie negativ) und wo man in ein paar Jahren steht.

Das gilt für alle Bereiche des Lebens, auch für das Schreiben. Nehmt euch die Zeit dafür – wer weiß, ob ihr sonst etwas verpasst. Vielleicht geschieht etwas Gutes, wenn man etwas JETZT tut und nicht in 4 Jahren.

Mir ist klar, dass das nicht bei allem geht. Nur, weil man unbedingt eine Weltreise machen will, kann man nicht alles stehen und liegen lassen und ohne Geld und Gepäck durch die Welt ziehen. Obwohl, kann man doch. Aber wirklich angenehm stelle ich mir das nicht vor. Aber es gibt ja auch viele „Kleinigkeiten“, die wir verpassen.

Wir wollen unbedingt ein Theaterstück sehen. Wir schieben es auf, weil ja noch Zeit ist und in der nächsten Spielzeit, da gibt es das nicht mehr. Wir wollen unbedingt einen Erdbeerkuchen backen. Wir schieben es auf, der Sommer ist ja noch lang – und dann gibt es nur noch gefrorene Erdbeeren (oder welche, die um die ganze Welt fliegen mussten) und der Kuchen schmeckt nicht halb so gut.  Wir wollen eine Geschichte schreiben, haben eine tolle Idee. Aber wir lassen es, können wir ja später schreiben. Dann sehen wir, am Abgabetag, eine Ausschreibung, die genau zum Thema passt – ach wenn wir die Geschichte doch nur geschrieben hätten! Das lässt sich natürlich beliebig weiterdenken.

All diese Gedanken kamen auf, als ich „Kein Zurück“ von „Wolfsheim“ hörte – ein Lied, das mich in meiner Schulzeit eine Weile begleitet hat. Im Text steckt so viel Wahrheit…

Ich sage mir heute schon oft „hätte ich doch bloß“ und denke an die Möglichkeiten, die mir entgangen sind und die ich nie wieder haben werde. Wie wird das erst in 10 Jahren sein?

Jeder sollte sich klarmachen, dass die Zeit schnell vergeht, nicht zu fassen ist. Und das Träume sich meist nur erfüllen, wenn wir aktiv darauf hinarbeiten.
Verschiebt nicht immer alles, sonst verpasst ihr was!

Advertisements

2 Kommentare zu “„Mach ich später“

  1. wiesenirja sagt:

    Wie wahr! Wie absolut wahr!
    Wenn man etwas wirklich tun will, sollte man JETZT damit anfangen. Mindestens mit der konkreten Planung, mit Darauf-hin-Sparen o. ä. Die Zeit, von der man sooo viel zu haben meint, kann auf einmal ganz schnell durch den Sanduhrhals gerieselt sein.
    Irja.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s