Schlechte Horrorfilme und ihr Nutzen

Von schlechten Horrorfilmen lässt sich etwas lernen. Man sollte darüber nachdenken, warum sie schlecht sind. Und diese Schlüsse wiederum sind das „Lehrmaterial“.

Nehmen wir mal ein Beispiel:

Es gibt einen Haufen Horrorfilme, bei denen man schon bei der Zusammenfassung auf der Dvdhülle schon weiß, was passiert. Bei noch schlechteren reichen bloße Stichwörter oder der Titel.
Nehmen wir mal „eine einsame Hütte im Wald“, „zelten in einem abgelegenen Gebiet“, den „ausgebrochenen Massenmörder“ oder die „seltsamen Begebenheiten“ in einem „längst verfallenden Gebäude“ oder einem „Geisterhaus“.
Ich versuche immer wieder solche Filme zu gucken. Weil ich das Grundprinzip mag. Und ich immer die Hoffnung habe, dass das Thema gut und überraschend umgesetzt ist.

Leider ist das häufig nicht der Fall. Spätestens nach ein paar Minuten kann man sagen, was alles passieren wird. Kam am Ende alles so wie man dachte – dann hat es in den seltensten Fällen zu Spaß geführt, geschweige denn zu Spannung und Angst.
Am Ende denkt man sich, wenn nicht die Bilder oder so total gut waren, dass man den Film besser nicht gekauft hätte.

Übertragen wir das doch mal aufs Schreiben:
Wenn man sofort den gesamten Verlauf einer Geschichte erraten kann, vielleicht beim Klappentext, vielleicht auch erst nach 5 Seiten, dann ist was falsch.
Geschichten, egal von welcher Länge, leben von Spannung.
Natürlich kann sie auf unterschiedliche Weise aufgebaut werden. Aber in irgendeiner Form braucht man sie. Wenn der Leser die Geschichte genauso gut selbst schreiben könnte, sobald er ein paar Zeilen gelesen hat, hält er es für Zeitverschwendung sie überhaupt gelesen zu haben.

Bei guten Horrorfilmen, weiß man nie so ganz, was passieren wird. Man glaubt es häufig zu wissen – und dann kommt alles anders! Ich habe Filme gesehen, da war ich 5 oder 6 Mal auf einem völlig falschen Pfad. Und das, was am Ende stand, hätte ich niemals erwartet.
Es gibt Bücher, bei denen das auch passiert, ich habe aber schon länger keines mehr gelesen, bei denen das besonders extrem war. Aber zumindest einige, bei denen ich nicht alles vorab wusste. (Beispiel: „Die Arena“ von Stephen King – ich hätte niemals mit einer solchen Erklärung gerechnet (ich mochte sie aber auch nicht))

Was beim Gucken und Lesen gut ist, hilft oftmals auch beim Schreiben. Deshalb sollte man nicht zuuuuuu viel verraten und ab und an eine kleine „Falle“ einbauen.

Wenn der Leser denkt, dass Michi Muster unsterblich in Walburga Weissnich verliebt ist und nur darauf fiebert dass sie zusammenkommen… ist er meist doch recht verwundert, wenn der liebe Michi dann den Herrn Benny Beispiel heiratet – und Walburga leer ausgeht.

Der typische Trugschluss bei einem Krimi ist wohl auch ein Beispiel dafür. Und die gleich-kommt-das-Monster-Sache bei einem Horrorroman, wo dann nur eine Katze um die Ecke kommt, auch (obwohl die so „ausgelutscht“ ist, dass man damit schon rechnet).

Man muss allerdings aufpassen. Wenn man auf jeder dritten Seite alles umschmeißt, wird der Leser auch unzufrieden. Irgendwann weiß er gar nicht mehr, ob irgendwas von dem, was er weiß, stimmt.
Es muss am Ende schon noch alles zusammenpassen…

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3 Kommentare zu “Schlechte Horrorfilme und ihr Nutzen

  1. Hey! Die Katze die um die Ecke kommt ist ein nie langweilig werdender Klassiker 😛

    • kaiglaeser sagt:

      Die Katze selbst nicht. Die Szene schon 😀

      Ich hab den Kommentar nochmal bearbeitet, ich glaube, dass ich mich falsch ausgedrückt habe, bzw. man es vielleicht falsch versteht.

      Ich meinte, dass die Katze nicht langweilig wird, die Szene allerdings schon.

  2. veledalantia sagt:

    Guuuuter Vergleich…..

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