Verdammt, eine Tür! – Frankfurter Buchmesse Tag 2

Nein, ich hatte keinen Unfall mit einer Tür. Aber ich war dieses Mal allein unterwegs – und somit auf die Hilfe fremder Menschen angewiesen. Das Problem dabei ist, dass viele mich gar nicht bemerkt haben. Fast jeder auf der Messe wirkt schrecklich wichtig und furchtbar gehetzt. Immer wieder lief jemand um mich rum und ich musste echt aufpassen, dass ich keinen über den Haufen fahre – die haben sich nämlich dauernd durchgedrängelt, wenn endlich mal jemand nett war und mir den Weg freimachte. Und mich dann noch böse angeguckt, weil ich überhaupt da war.

Es gab ein paar sehr nette Menschen, das ist mir auch heute wieder aufgefallen. Manchmal sind gleich 3 auf einmal losgestürmt, um eine Tür aufzureißen. Ich wurde ganz nett angelächelt und manchmal sprach sogar jemand kurz mit mir. Aber mehrfach stand ich eben lange wie bestellt und nicht abgeholt vor einer dieser Türen. Also habe ich gewendet und bin dann nochmal durch die Halle, in der Hoffnung, dass es später besser ist – und das war es dann meist auch.

Sehr blöd ist allerdings, so schön das aussieht, dass viele Verlage, Verkäufer usw. nicht den normalen Hallenboden verwenden sondern höhere Böden, Teppiche u.ä. da war für mich dann Schluss. Ich kam auch nicht an die Bücher oder so. Klar, ich hätte das Ding abstellen können, mir meine Stöcke schnappen und dann Bücher durchblättern. Das war es mir aber nicht wert. Obwohl die Gänge eigentlich wunderbar breit sind, kommt man ständig irgendwo nicht durch, weil die Menschen in Gruppen einfach dastehen. Und dann noch so einen Scooter da abstellen? Das wäre nicht besonders nett. Außerdem auch schmerztechnisch nicht so empfehlenswert. Also habe ich es gelassen und einen Haufen Dinge nur aus der Ferne bestaunt. Entsprechend habe ich auch quasi nichts neues. 3 Leseproben und eine Hörprobe, glaube ich. Ich kam ja nirgends dran. Okay, an ein paar Sachen vielleicht doch, aber die hatte ich halt schon oder sie haben mich nicht interessiert.

Ich habe mich heute auch bei den internationalen Verlagen umgesehen, das fand ich ziemlich interessant. Mir ist aufgefallen, dass an einigen gekocht wurde – sehr logisch eigentlich, verbindet man verschiedene Gerichte doch schnell mit einem Land. Englische und Polnische Verlage sind mir besonders aufgefallen. Es gab aber wirklich Stände aus sehr vielen Ländern, Dänemark war zum Beispiel auch noch dort.

Es gibt übrigens auch Rumänien dort, Frau Stadelmann, da gab es vorhin einen Vortrag. Ich habe einen kurzen Moment hingehört, aber leider war das mitten in irgendeinem Thema und ich habe es nicht verstanden. Schade. Angucken konnte ich da auch nichts – besagtes Boden-/Platzproblem.

Aufgefallen ist mir heute außerdem, wie viel Platz der Börsenverein in einer Messehalle hat. Ein Teil des Bereiches ist nur für Mitglieder, der Rest bestand aus sowas wie Bar/Cafe, einer Menge Tische und ein paar Leuten mit Flyern etc. Was da nun genau auf der Theke lag konnte ich nicht sehen. War wirklich ein wenig frustrierend heute, aber immerhin kann ich behaupten, dass ich auf der Messe war!

Genug gejammert. Muss morgen wieder früh los. Es stehen mehrere Lesungen/Signierstunden auf dem Programm. Dieses Mal zum Glück wieder nicht allein 😉

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9 Kommentare zu “Verdammt, eine Tür! – Frankfurter Buchmesse Tag 2

  1. Ich hoffe das klingt jetzt nicht gemein oder böse, weil das ist das letzte nach dem es klingen soll. Aber vielleicht, lieber Kai, solltest du dir für die nächste Buchmesse ein Fernglas mitnehmen. Da dürften ein paar Leute dann doch recht doofe aus der Wäsche gucken 🙂
    Allerdings ist es dann doch traurig, wenn man liest, dass sich das Interesse für die Umgebung und die Mitmenschen bei dem Großteil der Bevölkerung so entwickelt 😦

    Jedenfalls: viel Spaß bei der Signierstunde und immer schön schnurrig bleiben.

    PS: auf dem Rumänienstand ging es sicher gerade um Vampire 😛

    • Vampire – ja klar, das musste ja kommen, hihi 😉
      Die Idee mit dem Fernglas ist aber gar nicht so abwegig. Man fällt auf und könnte, falls mal einer von den mobilen Anwesenden nachdenkt, den Weg für andere ebnen.

  2. kaiglaeser sagt:

    Lach. Für manche Dinge wäre das sicherlich hilfreich – aber das Innenleben der Bücher könnte ich so ja doch nicht ansehen. Ich kann auch einfach mal spontan gesunden und dann gucken (ach, wenn’s doch so einfach wär!)

    Ich verzeihe den Leuten ja, die sind voll im Terminstress. Bei ein paar Menschen merkt man allerdings tatsächlich, dass sie aus Prinzip genervt von mir waren und niemals freiwillig helfen würden – und unfreiwillig auch eher nicht. Da gab es ein paar sehr böse Blicke für mich. Wurde dann durch die netten Menschen aber wieder entschädigt 😉

    Naja und für die Leute am Stand sehe ich wohl einfach nicht wichtig genug aus. Hmpf. Also keine interessanten Gespräche, schade, aber hilft ja nix, dabei sahen manche an kleineren Ständen sehr gelangweilt aus.

    • Den rumänischen Stand werde ich mir dieses Jahr auf jeden Fall wieder anschauen, der ist seit ca. 6-8 Jahren jährlich vertreten. Er wirkt aber immer noch wie eine Welt für sich, weil die Literatur sich auch anders entwickelt, als man es in Mitteleuropa gewöhnt ist. (Das gilt wohl für viele ehemalige Ostblockstaten, so jedenfalls mein Eindruck.) Aber manchmal wirken Krisen ja Wunder und die Leute öffnen die Augen.
      Was die Hilfsbereitschaft und die Begehbarkeit der Buchstände angeht, komme ich aber ins Grübeln. Da ich nächstes Jahr in Leipzig als Ausstellerin dabei sein werde (das soll jetzt bitte nicht als Schleichwerbung aufgefasst werden), werde ich mir die Punkte zu Herzen nehmen. Vielleicht kann ich etwas in Sachen Barrierefreiheit tun, auch wenn es nur um 4 qm geht. Danke für den Hinweis!

      • kaiglaeser sagt:

        Ja, aber es sah nach einer schönen Welt aus, soweit ich das sehen konnte. Die paar Buchcover, die ich zu Gesicht bekam waren in der Tat anders – gefielen mir aber.

  3. Hat dies auf Wunderwaldverlag rebloggt und kommentierte:
    Zum gedanklichen Weiterführen!

  4. […] Kai Gläser bloggt, was das Zeug hält und hat einen ziemlich knackigen Artikel zum Thema Hilfsbereitschaft und Barrierefreiheit geschrieben, weil es ihm derzeit bei der Frankfurter Buchmesse immer wieder passiert, dass er nicht weiterkommt: https://kaiglaeser.wordpress.com/2014/10/10/verdammt-eine-tur-frankfurter-buchmesse-tag-2/comment-pag… […]

  5. veledalantia sagt:

    Oh man..schon schlimm wie sich sowas entwickelt. Ist auf fast jeder Messe so (Edelsteinmesse ist zwar ohne Türen, dafür das Rudelproblem)
    Geniess es morgen dennoch ^^

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