Ma‘ wer anders sein! – Frankfurter Buchmesse Tag 5

Dies war also der letzte Tag der Frankfurter Buchmesse, schade eigentlich, aber froh bin ich dennoch. Es war wirklich anstrengend, obwohl ich ja nicht/kaum laufen musste – mir tun die Nichtbehinderten da tatsächlich ein wenig leid. Klingt seltsam, oder? Aber es war eben sehr weitläufig, gab viel zu entdecken und ich habe immer wieder vor Augen gehabt, wie schlecht es mir ginge, wenn ich nur durch die Hälfte einer Halle schleichen müsste – vorrausgesetzt ich würde das überhaupt schaffen. Und ich finde es deshalb wahnsinnig beeindruckend, wie da alle umhergelaufen sind! Nehmen wir (wieder einmal) Erik als Beispiel – der hat kaum einmal gesessen, ist ziemlich schnell gegangen… wie überlebt man das bitte?! Das ist etwas, das sich mir einfach nicht erschließt – aber ich fürchte, dass mich die meisten Leute da auch nicht verstehen können, weil sie sich solche Dinge nicht fragen. Naja. Ich schweife ab.

Heute war ich ein wenig gereizt, weil ja (vor allem gestern) immer wieder Leute so an mir vorbeigesprungen sind usw, weil ich ihnen eben im Weg war. Das hat in mir gearbeitet, achwas, gebrodelt hat es! Deshalb war ich heute auch mal weniger nett. Natürlich habe ich niemanden über den Haufen gefahren oder so – aber ich habe es vermieden stehen zu bleiben. Ich bin immer gaaanz langsam vorwärts gerollt, bis die Leute gemerkt haben, dass da was auf sie zukommt. Meist hat das ganz gut funktioniert, nur selten musste ich dann doch anhalten. Ich hatte aber auch den Eindruck, dass heute mehr hilfsbereite Menschen da waren. War dem nicht so oder wurde ich wieder einmal nicht bemerkt, habe ich auch auf mich aufmerksam gemacht.
An einer Stelle, ich glaube es war Halle 3 oder 4, da war es sogar absolut herzergreifend niedlich. Vor mir stapfte ein Grüffelo durch die Gänge. Ganz viele Besucher standen mit einem Fotoapparat oder Handy in der Hand davor und machten Fotos, oder kuschelten mit dem riesigen Fellberg. Dann erklang ein zartes Stimmchen. „Duhu? Grüffelo? Du musst mal da weg, da möchte jemand durch!“ Ein kleiner Junge und ein Mädchen sahen mich mit großen Augen an, dann den Grüffelo und wieder zurück. Der Grüffelo ging tatsächlich zur Seite (was für ihn nicht leicht war, er wurde von jemandem durch die Gänge geführt. Was für tolle Kinder!
Messemitarbeiter sind übrigens auch immer eine tolle Sache und unglaublich hilfsbereit. Sie geben manchmal Tipps wo lang, halten immer Türen auf, wenn sie jemanden in Rollstuhl/Scooter o.ä. sehen und sind absolut freundlich. Einmal hat mich ja sogar einer von ihnen aus einem Menschenknäuel befreit. Und sie lächeln alle und manchmal unterhalten sie sich sogar für wenige Sätze, wenn gerade Zeit ist. Erlebt man wirklich selten. Die Mitarbeiter in der Sanitätsstation waren eh total klasse. Da kam auch gleich ein „Bis nächstes Jahr“ 😉

Nun aber mal zum Tagesablauf:

Zuerst ging es ins Lesezelt (was übrigens bedeutete, dass der Scooter draußen blieb und ich mit Stöcken rein bin. Da war zwar eine Rampe, aber ich habe mich das nicht getraut – und hätte außerdem zu lang gebraucht, um das Signierzelt zu erreichen 😉 ) Neben Erik wartete schon ein freier Platz auf mich. Iny Lorentz und die Kluftingerautoren saßen vorn und erzählten davon, wie sie das denn machen mit dem gemeinsamen Schreiben. War doch recht interessant und sympatisch waren sie auch. Kluftinger ist etwas, das ich nie gelesen habe, aber das, was man hörte, war wirklich klasse, die haben das zusammen gelesen, ergab fast schon ein Hörspiel 😀
Wir sind dann etwas früher raus und standen somit schon als zweiter und dritter in der Signierzeltschlange zu Iny Lorentz. Buch wurde Signiert und Autogrammkarten gab es auch noch, das war toll! (Ich gebe zu, dass ich ein großer Fan der Romane bin. Allerdings war es bei mir nicht die Wanderhure, die das ausgelöst hat. Es war die Kastratin, einfach nur herrlich, das Buch!)

Danach war Erik mit einer Freundin unterwegs, ich hatte ihn ja auch lange genug in Beschlag genommen 😉 Ich selbst war dann ein wenig in Halle 4 unterwegs, habe ein paar nette Sachen bekommen, unter anderem einen Schwamm auf den „Der Tatortreiniger“ aufgedruckt wurde. Keksausstecher habe ich mir auch gekauft – wenn ich dann mal backe werde ich euch, obwohl das ja sonst keines der Themen ist, die ich hier habe, mit Fotos der Ergebnisse beglücken (hoffentlich, kann ja auch schiefgehen). 😀
Anschließend wurde mir „Die wilden Schwäne“ von den Hohlbeins signiert, auch da gab es eine unterschriebene Karte dazu, mit dem Coverbild darauf. Weil die Bücher bereits ausverkauft waren (ich hatte meines von Zuhause mitgebracht), wurde die Signierstunde früher beendet, aber ich war noch rechtzeitig. 🙂

Natürlich darf man auch den Grund für meinen Titel nicht vergessen: Heute waren Scharen von Cosplayern unterwegs. Am beeindruckendsten waren eine Gruppe Disneyprinzessinnen und die Darstellungen von Kuroshitsuji-Charakteren (Black Butler). Obwohl es auch andere tolle Kostüme gab. Ich weiß nicht einmal mehr, wie viele „Free Hugs“-Schilder ich heute gesehen habe, die sind bei den Cosplayern doch recht beliebt. Fast immer sind es Frauen, die diese mit sich führen. Zwei Kerle habe ich gesehen, einer davon bot allerdings „Free Hugs of Evil“ an, das war doch mal kreativ 😉

Im Anschluss war ich noch einmal in Halle 3, habe aber nicht wirklich etwas Neues gesehen. Auch Halle 5 habe ich noch einmal besichtigt – und von einer wunderschönen Chinesin ganz tolle Lesezeichen bekommen. Die Bilder darauf waren von einem Künstler aus ihrer Heimat, absolut klasse!
Am Ende habe ich in Halle 8 englische Bücher gekauft, die für kleinste Preise abgegeben wurden, man merkte, dass sie möglichst wenig wieder mitnehmen wollten. Zusammenfassend kann man sagen: Ich war ziemlich bepackt!

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7 Kommentare zu “Ma‘ wer anders sein! – Frankfurter Buchmesse Tag 5

  1. Na bitte! Die Menschheit ist noch nicht ganz verloren! Freut mich wirklich zu hören nach deinem letztem Eintrag, dass die Buchmesse nun doch ein sehr schönes Ende gefunden hat. :3

  2. Hat dies auf Nekos Geschichtenkörbchen rebloggt und kommentierte:
    Frankfurter Buchmesse Tag 5 von Kai.

  3. Apropos „Free hugs“: Es gab mal eine Buchmesse, wo diese Schilder extrem groß waren und man irgendwann nur noch genervt wegschauen konnte. „Free Hugs of Evil“ versöhnt mich ja schon ein wenig. Aber wenn der erste ein Schild durch die Gegend trägt mit der Aufschrift „Free Slaps“, jahaaa, dann will ich dabei sein, har har …

  4. Sabine sagt:

    Ich habe mich sehr über Deine Berichte, über die Frankfurter Buchmesse gefreut, nachdem ich auch dieses Jahr, wieder nicht hingehen konnte. So habe ich wenigstens ein klein wenig mitbekommen. Danke dafür. Deine Erlebnisse mit unserer Spezies, waren wohl ganz schön anstrengend. Schön, dass du auch achtsamen Menschen begegnet bist. Sollte auf einer Buchmesse auch so sein. Denn Menschen, die Bücher mögen, können ja nicht so verkehrt sein. Erhol Dich schön
    Liebe Grüße
    Sabine

    • kaiglaeser sagt:

      Schön, dass sie dir gefallen haben 🙂 Natürlich steht längst nicht alles darin, was es zu entdecken gab, aber das ist ja klar, bei den großen Hallen und vielen Veranstaltungen, das konnte man ja nicht alles schaffen. Schade, dass du nicht hingehen konntest.

      Hehehe. Auch wieder wahr. Menschen die Bücher mögen…
      Werde ich.
      Liebe Grüße zurück 🙂

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