Samhain 2 – Was is’n das?

Samhain entstand bei den Kelten, die keineswegs, wie viele glauben, nur in England, Irland usw. zu finden waren. Vielmehr waren sie in weiten Teilen Europas zumindest zeitweise zugegen. Samhain und seine Bräuche werden jedoch eher den irischen Kelten zugeordnet.

Es heißt, dass an Samhain die Schleier zwischen den Welten verblassen und so die Welten der Lebenden und die der Toten und der Fabelwesen – Anderswelt genannt – näher beieinander liegen, als an jedem anderen Tag sonst. Zwar ist auch an Beltane, dem Gegenstück dieses Festes, von Ähnlichem die Rede, jedoch in abgeschwächter Form.
Zu besagten Fabelwesen zählen zum Beispiel auch die Síde, die mal als Feen und mal als Elfen bezeichnet werden. Ich bin jedoch eher Anhänger der „Feenbezeichnung“, denn ihre Behausungen – große, grüne Hügel – werden im Deutschen „Feenhügel“ genannt. Sie erinnern ein wenig an die Bauten der Hobbits, die in Tolkiens Werken vorkommen und die Elben ähneln den Síde. Das ist nicht weiter verwunderlich, bedenkt man, dass Tolkien sich gut mit mythologischen Dingen ausgekannt haben soll. Doch zurück zum eigentlichen Thema: Die Síde, die auch „Sidhe“ geschrieben werden können, erlauben den Menschen nur in der Nacht von Samhain die Feenhügel (Síd) zu betreten (und wieder zu verlassen).

Ein anderes großes Thema sind natürlich die „Ahnen“, also Vorfahren und Lehrmeister (geistig wie spirituell), die durch Lücken im Schleier für eine Nacht zurückkehren können. Es heißt, sie gehen umher, auf der Suche nach denen, die sie liebten – oder hassten. Das ist auch der Grund für die Kerzen und Feuer, die man vorm Haus entzündet hat – sie sollten geliebten Geistern den Weg leuchten. Daraus soll dann der Brauch der geschnitzten Kürbisse entstanden sein. So leuchtete das Licht noch immer, doch ihm folgten nur noch die guten Seelen, jene, die es sollten. Alle anderen wurden auf diese Weise verschreckt.
Denn man sollte nicht vergessen, dass es nicht nur Grund zur Freude war, wenn die Geisterwelt nahte. Auch die Angst vor bösen Geistern, Dämonen und anderen Schrecken wurde dadurch genährt – und soll letztlich zu den Kostümierungen geführt haben. Das ist allerdings alles etwas schwieriger oder unsicherer. Die alten Kelten und andere „unzivilisierte“ Völker haben sich nicht nach Kalendern gerichtet sondern nach Jahreszeiten und Mondlauf, das Datum nähert sich nur grob an. Es ist also durchaus möglich, dass Bräuche erst später entstanden – der mit den Süßigkeiten gehört sicherlich dazu. 😉

Obwohl Samhain zu den Erntedankfesten zählt, den Abschluss der Ernte kennzeichnet. Die Menschen machten sich bereit für den Winter und lagerten vieles ein. Doch noch gab es einiges im Überfluss – und somit vermutlich auch manches rauschende Fest, bevor dann der entbehrungsreiche Winter nahte.

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Ein Kommentar zu “Samhain 2 – Was is’n das?

  1. Hat dies auf Nekos Geschichtenkörbchen rebloggt und kommentierte:
    Nochmal ein kurzer, historischer und geographischer Anriss zu Samhain. 🐱🐾

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