Camp NaNoWriMo Tag 15 – Kommt es wirklich auf Zahlen an?

Tag 15 markiert die Mitte des Camps. 15.000 Wörter sollte ich haben, etwas mehr als 10.000 sind es. Dafür habe ich die Kurzgeschichte, an der ich geschrieben habe, heute weiter überarbeitet und abgeschickt. Bisher also ein erfolgreicher Tag. Deshalb will ich gar nicht murren. Denn letztlich sind das alles nur Zahlen.

Zahlen mögen zwar die Menge dessen angeben, was man geschrieben hat, über die Qualität sagt es aber absolut nichts aus. Ich weiß nicht, ob ich gute Sachen geschrieben habe, aber ich weiß, dass ich damit zufrieden bin. Ist das nicht viel wichtiger als die Tatsache, dass man seinen – selbstgesetzten! – Soll erreicht hat?

Ja, manchmal mache ich mich wegen solcher Zahlen kirre. In einem Nanowrimo, ich glaube 2013, habe ich über 110.000 Wörter in einem Monat geschrieben. Zufrieden war ich nicht. Ich habe hinterher angefangen mich sehr über das Projekt aufzuregen, mir die Unsicherheit gestattet, die ich mir während des Schreibmonats verwehrt habe. Mit dem Ergebnis, dass ich es in die Ecke geklatscht habe. Die Wahrscheinlichkeit, dass ich es irgendwann komplett neu schreibe, ist hoch, denn ich mag die Geschichte. Sie ist nur nicht rund, der Ort, nicht perfekt. Zu viel in einen Roman gepresst. Er hatte 3 Teile (also ich hatte keine Trilogie geplant, sondern alles in ein Manuskript gestopft und auch nicht vor es zu trennen), 2 davon habe ich letztlich geschrieben. Jeder davon hatte über 50.000 Wörter. Das war schlicht und einfach zu viel. Eine Datei, an der ich schon etwas überarbeitet habe liegt nun bei 92.170 Wörtern bzw 555.517 Zeichen (mit Leerzeichen). Bedenkt man also, dass ich schon überarbeitet und gekürzt habe, aber noch Teil 3 und Epilog fehlen, ist das schlicht to much. Natürlich gibt es lange Romane. Aber schreibt man die Manuskripte dafür auch in einem einzigen Monat oder in zweien, wenn man großzügig zu sich ist?

Vielleicht würde ich es sogar nochmal tun. Aber nur, wenn ich einfach so vom Schreiben, von der Geschichte, den Charakteren und Ereignissen gefesselt bin, dass ich nicht anders kann. Nur um des Schreibens, des Wordcounts Willen, ist es der größte Mist, den man machen kann. Ich hätte währenddessen mehr über die Probleme nachdenken sollen, die mir aufgefallen sind. Hätte die Probleme ernster nehmen sollen, nach Alternativen suchen. Habe ich aber nicht. Ich habe stur weitergeschrieben. Vielleicht habe ich das auch einfach mal gebraucht, kann ja sein. Aber Schwachsinn ist es dennoch.

Somit habe ich also meine ganze Vorgehensweise verändert. Ich bin noch immer kein Freund von Plottingmethoden, damit geht alles fürchterlich schief. Habe aber bemerkt, dass ich eigentlich komplette Plots im Kopf habe (zumindest grobe Plots) die ich einfach nur auffschreiben muss, sie jemandem zeigen kann, um zu wissen ob es für andere so stimmig ist, wie für mich. Das ist nicht unbedingt leicht, weil ich mich zu schnell in Details verliere, aber ich mache nicht so viel kaputt wie mit Schneeflockenmethoden und sonstigem Kram. Die mag ich nicht und werde ich nie mögen, sie helfen mir nicht, stören mich nur.

Das Wichtigste aber ist, dass ich mir Zeit lasse. Wenn ich eine halbe Stunde brauche, um einen Satz zu schreiben, weil ich jede Formulierung wieder lösche, dann ist das eben so. Danach bin ich dann aber auch zufriedener und der Text, der danach kommt, schreibt sich leichter, als hätte ich einen Knoten gelöst. Nur auf Geschwindigkeit ist nicht gut.

Was hilft es, wenn man Hunderte von Normseiten füllt, zig Geschichten rumliegen hat, aber nichts davon zu gebrauchen ist?

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Ein Kommentar zu “Camp NaNoWriMo Tag 15 – Kommt es wirklich auf Zahlen an?

  1. Neko sagt:

    Hat dies auf Nekos Geschichtenkörbchen rebloggt und kommentierte:
    Neue Campbeichte.

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