Eigene Welt(en) ?

Gibt es außer mir eigentlich noch jemanden, der manchmal gern seine „eigene Welt“ hätte, um sich darin zu verkriechen und damit noch schöne Geschichten zu produzieren?

Manchmal lese ich wahnsinnig gern Fantasy-Geschichten. Die Art, wo der Autor eine ganze Welt erschafft, wie bei Tolkien, Prattchett, Game of Thrones oder auch – um jetzt nicht nur „englisches Zeugs“ zu nennen – Würmerfraß. Gut, das letzte ist nur ein einzelner Roman, keine Bände-umfassende-Welt, aber ich sehe darin doch Potential für weitere. ;D

Manchmal wünschte ich, dass mir auch sowas einfiele. Das klappt aber nicht, nur weil ich das gern hätte. Meine Geschichten, die mit Fantasy zu tun haben, spielen meist hier, werden nur ein wenig „fantasylike“ ergänzt. Ob da nun ein (richtigerweise) wütender Gott Leute (grausam!) umbringt oder eine Götter-Tochter in diese Welt geworfen wird, während der Rest der „Sippschaft“ bequem zuhause bleiben darf …Aber es ist eben IMMER hier, meist auch regional, nicht „so cool“ in Amerika o.ä. (den Trend finde ich ohnehin ganz „fürchterbar“!)

Häufig ist es ja auch an Dinge im „Hier“ angelehnt. Da sind Mythologien oder Erlebnisse oder Landschaften, die „umgemünzt“ werden. Märchen, Gerüchte, sonderbare Dinge werden „verwandelt“. Etwas völlig Eigenes gibt es dann doch nie. Aber mit dem „Anlehnen“ kann man es doch übertreiben:

Das Problem, das ich sehe, ist aber nun auch, dass solcherlei Welten zum Teil auch irgendwie „schon ausgelutscht“ sind. Elfen, Zwerge, Trolle, Drachen, bisschen Grün hier, etwas Schnee dort, geheime Artefakte, ein Schuss Magie – fertig ist die Welt! Gut, so einfach ist es nicht immer, aber leider für manchen Autor doch. Dann macht es aber auch oft wenig Spaß beim Lesen. So ein Autor will ich einfach nicht sein. Wenn ich schon eine Welt erschaffe, dann doch bitteschön auch eine, die interessant, neu, anders ist und einen Leser mitreißen kann. Nur …. Wie soll sie es, wenn sie nicht einmal mich selbst erwischen kann? Ich immer wieder etwas finde, das mir nicht gefällt.

Okay, es gibt eigentlich „meine Welt“, die ich als Kind schon erschaffen habe. Aber dazu würde mir eben eine gute Geschichte fehlen, es ist zu „abstrakt“ – und im Übrigen auch nur eine Nische in dieser Welt, also wieder nichts völlig Eigenes.

Mir ist auch klar, dass es nicht jeder Autor schafft, dass ich vielleicht gar kein Fantasy-Schreiberling bin, meine Stärken eventuell woanders liegen. Ich weiß es nicht – doch manchmal wäre ich es einfach gern. Da hätte ich richtig viel Spaß dran. Schade, dass es in unserer, dieser Welt nur selten um Spaß geht. 😉

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CampNaNoWriMo Tag 10 – nicht „spooky“ genug

Gestern wurden es dann doch noch 147 Wörter. Das ist jetzt nicht viel, aber es war in gewisser Weise ein Durchbruch. Denn: Ich hatte ein ziemliches Problem mit den beiden Texten an denen ich mangels sinnvollerer Dinge schreibe. Bei einem davon ist es mir nicht „spooky“ genug, da kann ich nicht viel tun. Das ist entweder Einbildung oder sprachlich bedingt, an der Story liegt es dabei nicht. Das zweite Ideechen machte es mir noch schwerer, weil mir der Hauptcharakter tierisch auf den Senkel gegangen ist. Das Problem, das der hatte ist aber (hoffentlich) dank einer befreundeten Autorin gefunden – somit kann es da auch weitergehen. Die 147 Wörter entstanden danach bei „nicht-spooky-genug“, somit war das überwunden. Mögen muss ich den Text ja trotzdem nicht. 😀

Außerdem gab es weitere Recherchefortschritte, auch wenn eine richtige Idee weiterhin Mangelware ist.
Heute waren es 342 Wörter, aber die gingen richtig flüssig von der Hand, schwuppdiwupp waren die da, setzten den Einfall von gestern fort. Noch knappe 4 Stunden bis Tagesende, vielleicht kommen ja sogar noch ein paar dazu.

Liefe alles nach Plan, müsste ich jetzt schon 10.000 Wörter haben, es sind nur 4718. Ich sehe das momentan recht locker: Wenn ich heute noch auf 5000 Wörter komme, habe ich die Hälfte des 10-Tages-Ziels erreicht! Das wär doch auch schon was. Der Monat ist noch lang genug.

Informationskoller

Ich lese zuviel – eindeutig! Märchen, Geschichte, Ballettromane, Kochrezepte, Kram über osteuropäische Länder… Langsam kann ich kaum noch über etwas Anderes nachdenken. Selbst zu wirren Träumen führt das schon (ist ja auch eine sehr seltsame Kombination und ich lese all das echt durcheinander, je nach Laune). Leider zu keinen, die sich zu Geschichten schreiben ließen! (Und dummerweise auch nicht so etwas Lustiges, wie polnische Würste und osteuropäisches Gebäck, die mit roter Beete um die Wette über historische Bauten tanzen – das wäre ja zu herrlich!)

Ich lerne ja wirklich gern etwas dazu, Wissen gibt es ja eigentlich nie zu viel und man kann es ja auch immer gebrauchen (zumindest irgendwann) – aber kann das vielleicht doch irgendwie Überhand nehmen? Eventuell sollte ich mir mal darüber Gedanken machen. Aber andererseits kann das ja auch wunderbar von Schmerzen ablenken!

Als sei das nicht genug, hat sich zu einem der Themen dem ein komischer Charakter in meinem Kopf festgesetzt, den ich irgendwie mag und der auch recht amüsant und irgendwie niedlich ist. Ein ziemlicher Nerd, der sich für Geschichte interessiert – besonders zu einem speziellen Thema. Aber was soll ich bloß mit dem anfangen, wenn ich nur den habe und sonst nichts? Immer diese Eigenwilligkeit von potentiellem „Schreibgut“… außerdem sind vorher noch Dinge dran, in die er wahrlich nicht hineinpasst.

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Jetzt bräuchte man Käfig und Maulkorb. Aber das täte mir auch wieder leid. Denn eigentlich ist er dafür viel zu nett (und irgendwie auch zu traurig/arm dran). Hmpf. Das kann ich ihm doch nicht antun!

Charakter-Marotten

Ich ärgere mich heute ein wenig über mich selbst, es will einfach nichts klappen. Alles, was ich schreibe, gehört in den Papierkorb – bestenfalls. Meine Gedanken schweifen hin und her, ich komme nicht so auf den Punkt, wie ich es gern hätte.

Stattdessen habe ich wieder allerlei Ideen, viele von ihnen sind seltsam. Und doch habe ich das Gefühl, dass ich sie einmal gebrauchen könnte. Sie sind wie Bausteine, aus denen man etwas Neues machen kann. Wie Puzzleteile, nur, dass sie an mehrere Stellen passen.

Träumend auf der Wiese liegen und die Wolken beobachten.

In Panik ausbrechen, weil man zum Blutabnehmen muss oder eine unangenehme Untersuchung ansteht.

Einen Schmetterling sehen und ihm hinterherjagen, wie ein kleines Kind. Vielleicht dabei sogar die Unbeschwertheit vermissen, die man früher hatte – und nicht daran denken, dass es fiese Zecken gibt, die im Gras lauern.

Wie ein (zugegebenermaßen sehr klischeehafter) Wolf im Mondenschein sitzen und die runde Scheibe oben am Himmelszelt anstarren. Vielleicht darüber nachdenken, tatsächlich zu heulen, wie ein Wolf oder dem Mond etwas zuzurufen.

Unter einem Baum sitzen und ein Eis essen. Vielleicht blitzschnell aufspringen, weil eine Wespe naht.

Sich fürchterlich über einen Autofahrer aufregen.

Stolpern und sich die Knie aufschlagen. Lachen, weil man sich sicher ist, dass es absolut lächerlich aussah. Oder weinen, weil es wehtut.

Gedankenverloren durch den Wald laufen und ein Liedchen pfeifen.

Alles sehr alltägliche Dinge. Alles nichts Neues. Aber, wenn man sie als Bausteine sieht und sie immer neu, immer anders zusammenfügt und mit gänzlich anderen Tätigkeiten oder Marotten vereint, dann kann wirklich etwas Besonderes entstehen. So entstehen Menschen, Tiere – und auch Charaktere. Wer mag schon Bücher über Menschen lesen, die sich verhalten, wie Maschinen?