Entchentour – Teil 2

Zeit für weitere sieben Aktionen des kleinen Entenkükens:

Dann wird dir klar, dass es keinen Zweck hat und dass die Tusche immer schneller hervortritt. Du fliehst. 9 Minuten lang läufst du einfach nur dem Schnabel nach. Du hast Angst dich umzudrehen, doch nach dieser langen Zeit musst du stehen bleiben. So viel schnelles Watscheln bist du nicht gewöhnt. Dein kleines Herzchen pocht laut und ungleichmäßig in deiner Kükenbrust.

Weil du ohnehin eine kleine Pause machen musst, drehst du dich doch um. Die Tusche hat die gesamte Wiese hinfort geschwemmt. Einzelne, angeschlagene, bunte Blüten schwimmen noch auf dem See aus Tusche, doch sonst wirkt es, als habe es die Wiese nie gegeben.  Du musst weiter. Trotz deiner Müdigkeit. Langsam setzt du einen Schritt vor den anderen, bis du 300 Watschelschritte geschafft hast.

Du bist an eine Klippe gelangt. Hinter dir kommt die Tusche immer näher und du ahnst, dass es kein gutes Ende mit dir nimmt, wenn sie dich erreicht. Also musst du weiter. Zur Seite kannst du nicht, du befindest dich in einer Sackgasse. Dir fällt ein, dass die großen Enten fliegen können. Ob du das auch kannst? Testweise flatterst du mit deinen Flügeln auf und ab. Währenddessen überlegst du. Erst nach 10 Minuten fasst du einen Entschluss.

Ob du fliegen kannst oder nicht, du willst es versuchen. Lieber brichst du dir deinen kleinen Kükenhals, als dass du kampflos aufgibst und dich von dem Tuschemeer verschlingen lässt. Also springst du. Und fällst 150 Meter (Wörter) den Hang hinab. Während des Fluges betest du zum großen Quackimojo. Möge er dein Flehen erhören und dich an einem Stück unten ankommen lassen.

Welch ein Glück, dass du ein Wasservogel bist. Du landest in einem reißenden Fluss. Kurz tauchst du unter, doch dank deines Strampelns und wasserabweisenden Gefieders, schwimmst du schon bald oben. Du fühlst dich ein wenig benommen von dem Sturz. Also lässt du dich 5 Minuten lang einfach flussabwärts treiben.

Deine Wahrnehmung hat sich wieder normalisiert. Du paddelst so, dass du fortan rückwärts treibst und schaust zurück auf den Hang, an dem die Tusche stand. Er ist zwar schon weit entfernt, doch der Fluss verläuft so gerade, dass du noch erkennen kannst, was dort passiert. Die Tusche hat einen Teil der Klippe bereits bedeckt. Der ganze Berg verfärbt sich. Bald wird alles schwarz sein. Du rufst, wieder einmal, nach dem Zeichner. 7 Minuten lang, während du weiter flussabwärts treibst.

Morgen gibt es dann das Ende der Entchentour. 😉

Entchentour – Teil 1

Ich hatte ja bereits versprochen, dass ich mindestens eine Schreibtour einstellen werde. Ich habe mich erst einmal für meine Entchentour entschieden. Die Zeichnung stammt natürlich auch von mir, Füller in der Hand beim Nachdenken führt zu Kritzeleien. 😉

Für alle, die keine Schreibtouren kennen hier noch eine Erklärung:

Bei jedem Absatz gibt es eine kleine Aufgabe. Wenn Minuten angegeben sind, bedeutet es, dass man genau diese Zeit mit Schreiben verbringt. Sind andere Dinge angegeben, steht dort eine Zahl und in Klammern steht dann „Wörter“. Ist also recht simpel – und vielleicht mal etwas Anderes als nur stur vor sich hin zu schreiben.

Und los geht’s:

Du bist Teil eines Comics. Als kleines, kuscheliges Küken durchstreifst du eine Welt, die gezeichneter nicht sein könnte. Bei manchen Details nimmst du deinem Erschaffer einiges übel, aber du kannst nichts ändern, solang er sich deiner nicht erbarmt. Dennoch ereiferst du dich 10 Minuten lang über das, was dir nicht gefällt.

Der Zeichner hat deine Bitten nicht erhört. Er hat einfach nur gelacht – und tut es noch immer. Für ganze 5 Minuten.

Du gibst auf und wendest dich ab. Du denkst 8 Minuten lang darüber nach, was ein kleines Küken wie du so anstellen könnte.

Ein Feld voller bunter Wiesenblumen hat es geschafft deine Aufmerksamkeit an sich zu reißen. So schnell du kannst, läufst du 250 kleine Watschelschritte (Wörter) zum Ziel.

Du befindest dich in einem Meer aus Farben. Rot, Grün, Blau, Violett, Rosa, Gelb, Orange – die Farben vermischen sich, entwickeln sich zu Neuem, während du umher rennst. Erst nach 12 Minuten bist du den Farbflash leid.

All die Blüten locken dich und du merkst, dass du großen Hunger hast. Du gehst von einer Blüte zur anderen und kannst dich nicht entscheiden, welche du essen möchtest. Schließlich knabberst du an einer eine hellgelben Blume. 5 Minuten brauchst du, um sie aufzufuttern.

Als nur noch der Stiel der Blume steht, fällt dir auf, dass es ein großer Fehler war, etwas an der Landschaft zu verändern. Anscheinend ist der Zeichner gerade in der Pause. Oder im Urlaub. Oder tot. Auf jeden Fall reagiert er nicht. Der Blumenstiel entwickelt sich zu einem Problem: Dunkle Tusche tritt aus und beginnt langsam die schöne, bunte Wiese zu überschwemmen. All die wunderbaren Farben versinken in Dunkelheit. 5 Minuten lang rufst du nach dem Zeichner, während du langsam zurückweichst.

Morgen geht es dann weiter. 🙂