Ist es nicht traurig…

…dass immer wieder auf irgendwelche Missstände hingewiesen werden muss? Versteht mich nicht falsch: Ich finde es gut, dass das getan wird. Was mich stört ist, dass das überhaupt nötig ist. Warum gibt es so Viele, die sich einen Dreck darum scheren? Warum verstehen immer wieder Leute nicht, was falsch läuft?

Seien es Behinderte, Homo- und Bisexuelle sowie Transgender, Migranten, andere Kulturen, unterschiedliche Ernährungsgewohnheiten – oder was sonst noch. Warum gibt es immer wieder Streiterein, warum muss immer wieder neu aufgeklärt oder erklärt werden? Gibt es so wenig Menschen, die (mit-)denken? Ist Intoleranz so „in“?

Eigentlich sollte es egal sein, ob jemand gesund ist oder nicht – kann ja keiner was für.

Es sollte nicht interessieren wen jemand liebt oder nicht liebt – das ist doch nun wirklich eine persönliche Sache, die niemanden sonst interessieren sollte! Jeder sollte so leben dürfen, wie er/sie/es das möchte.

Besonders Religionen sind da kein Argument. Die wurden nicht von Göttern sondern von Menschen geschaffen – mögen es auch die Götter sein, um die sich alles dreht. Im Wesentlichen geht es auch bei Religion immer um Liebe und Verständnis – dagegen verstoßen bloß alle, wenn sie gegen andere Religionen oder Lebensweisen wettern. Schließlich hat niemand die Weisheit mit Löffeln gefressen! Und die einzig wahre Wahrheit – die kennt auch niemand. Vielleicht gibt es irgendwo eine göttliche Macht, die alle Religionen erschaffen hat und sich nun ins Fäustchen lacht, weil so viele darauf reinfallen und denken es sei etwas völlig Anderes. Ich empfehle dazu auch die Ringparabel bzw. „Nathan der Weise“ von Gotthold Ephraim Lessing – auch wenn da nur 3 große Religionen eine Erwähnung finden, schließlich gibt es noch wesentlich mehr. Aber das Prinzip hinter den Gedanken ist wirklich gut.

Warum müssen Geschlechtergrenzen so wichtig und klar sein? Ist doch total unwichtig. Je nach Kultur, Zeit usw. unterscheiden sich die Ansichten dazu sowieso. Was hier und heute als männlich oder weiblich gilt, das war/ist an anderen Orten und zu anderen Zeiten unwichtig oder das Gegenteil. Und auch das ist etwas, das niemanden sonst angeht. Nur weil jemand nicht in das Weltbild passt, das einzelne sich bilden, ist es falsch, wenn sie sich nicht so fühlen können oder wollen, wie die Norm es verlangt? Ja nee, is klaa.

Migranten, Ausländer, andere Kulturen – wurstegal! Es ist doch nicht wichtig woher jemand kommt und wieso er da nicht mehr lebt. Egal ob es schlimme Umstände gab oder einfach die Sehnsucht nach etwas Neuem da war – die Leute haben sich entschieden nun woanders zu leben. Kann man das nicht einfach akzeptieren? Und statt daran rumzumäkeln etwas dazulernen? Überall auf der Welt gibt es wertvolles Wissen und Interessantes zu entdecken. Wer das nicht erkennt und nur seine eigene Kultur und Abstammung im Kopf hat (und dabei solche Ereignisse wie Völkerwanderungen ignoriert), der tut mir leid! Und wer der Meinung ist andere Kulturen und Länder zu verdammen, der soll doch bitte alles, vor allem die Ernährung, nur auf sein Land beschränken – und mal gucken, was über Jahrhunderte hinweg denn so an „Nahrungsmigration“ stattgefunden hat. Viel hat derjenige dann nicht zu lachen – aber das wäre wenigstens konsequent.

Auch der ewige Streit von Vegetariern, Fleischessern und Veganern ist einfach nur nervig und sinnlos! Es gibt nie die eine einzig wahre Ansicht. Ja, es gibt Tiere die falsch behandelt werden. Ja, Tiere sterben, damit Menschen Fleisch haben. Wer das nicht mit sich vereinbaren kann, der hat ja heutzutage viele Möglichkeiten sich entsprechend zu ernähren. Aber wer für sich entscheidet, dass sein Gewissen Fleischessen zulässt, der sollte die gleichen Freiheiten besitzen. Mit der Meinung mache ich mir sicherlich die wenigsten Freunde – aber darum geht es mir gerade auch nicht. Es regt mich einfach auf, dass immer wieder, egal in welchem Bereich Leute aneinander geraten nur weil sie Ansicht, Art oder Lebensweise Anderer nicht akzeptieren können oder wollen.

Würde man nur ein wenig mehr auf Andere eingehen und achten, dann wären all diese Diskussionen überflüssig. Viele würden sich wesentlich weniger aufregen (müssen). Und es gäbe ein wenig mehr Frieden auf Erden. Den wünscht sich ja angeblich die Mehrheit – kommt mir aber selten so vor…

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